
120 Jahre Marienschule: Das ist Anlass über die Vergangenheit nachzudenken und die Vergangenheit zu erforschen. Diese Festschrift soll festhalten, was Kinder, Lehrerinnen und Eltern entdeckt haben und wie wir dieses Schuljubiläum gefeiert haben.
Der Schulbetrieb in unserer Schule wurde 1879 eröffnet. In unserer Chronik steht darüber:
''Durch die rasche Zunahme der Bevölkerung stellte sich im Jahre 1876 das Bedürfnis eines neuen Schulsystems für den nördlichen neu entstandenen Stadtteil ein, und es erwarb die Stadt durch den Oberbürgermeister Doetsch zu dem Zwecke ein den Gärtnern Weis und Vianden gehöriges Grundstück. Im Jahre 1877 wurde der Bau unter der Leitung des Stadtbaumeisters Lemke begonnen und bereits 1879 Herbst wurden 2 Knabenklassen und 2 Mädchenklassen eingerichtet, und es bildetet sich die Schülerzahl aus den 3 benachbarten Schulsystemen der Stifts-, Münster- und Freischule.''
Unsere Schule wurde also auf den Grundstücken von 2 Gärtnern gebaut. Um unsere Schule herum standen nicht so viele Häuser wie heute, sondern sie lag inmitten von Äckern und Wiesen. Die Bebauung begann erst. Es zogen plötzlich viele Leute in den Bonner Norden. Dies hat etwas mit der Entwicklung in ganz Deutschland zu tun. ''Die Bevölkerung in Deutschland explodierte.'' Das geschah aus mehreren Gründen:
Durch den medizinischen Fortschritt nahm die Säuglingssterblichkeit ab, und so erreichten immer mehr Menschen das zeugungsfähige Alter. Durch Verbesserung des Verkehrswesens gab es weniger Hungersnöte. Dampfschiffe und Eisenbahnen konnten Getreide von einem Erdteil in den anderen transportieren. Durch Erfindung neuer Maschinen (Dampfpflug und Dreschmaschinen) konnten viele Landarbeiter ersetzt werden und fanden keine Arbeit mehr auf dem Lande. Die technische Entwicklung ließ Fabriken in den Städten entstehen. Gewerbefreiheit wurde ausgeübt, so dass wirtschaftlicher Erfolg nicht mehr allein durch den gesellschaftlichen Stand geregelt wurde. So entwickelte sich Deutschland von einem Agrarstaat zu einem Industriestaat. Die Menschen wanderten vom Land in die Stadt, vom Osten Deutschlands in den Westen. Die rasche Besiedlung des Bonner Nordens geschah aus all diesen Gründen.
Dazu kam, dass die damalige Gesellschaft durch das Kaisertum geprägt wurde und der Adel Dienstleistungen brauchte. 1870/71 wurde in Versailles Kaiser Wilhelm I. zum deutschen Kaiser proklamiert. Aus vielen kleinen Staaten war ein großer Nationalstaat entstanden, unter der Vorherrschaft des Königs von Preußen, der nun deutscher Kaiser war. 1879, zur Zeit der Schulgründung, regierte noch Kaiser Wilhelm I. mit Hilfe seines Reichkanzlers Bismarck. 1889 folgte ihm für 99 Tage sein Sohn Friedrich III. auf den Thron. Im gleichen Jahr, nach dessen Tod, begann sein Enkel Kaiser Wilhelm II. seine Herrschaft. Die erste Schülergeneration unserer Schule hat also 3 Kaiser erlebt. Ihr Leben wurde durch das Kaisertum beeinflusst. Das größte Ansehen in der damaligen Gesellschaft hatten die Adligen und das Militär. Das Militär deshalb, weil es Deutschland den Krieg gegen Frankreich 1870/71 gewinnen ließ. ''Gehorsam war eine Bürgerpflicht.'' Der Staat war ein Obrigkeitsstaat. Man sah dies an der Kleidung der Menschen. Mit Stolz trug man Uniform, sogar im Parlament und in der Universität. Die Kinder wurden in Matrosenanzüge gesteckt und Gehorsam wurde von ihnen erwartet. Auch in Bonn war das so.
Da Bonn Universitätsstadt war und landschaftlich schön gelegen war, zogen viele Adlige und reiche Leute nach Bonn. Selbst die kaiserliche Familie liebte es in Bonn zu verweilen. Das bevorzugte Wohngebiet für diese Gesellschaftsschicht war der Bonner Süden. Diese Herrschaften brauchten Dienstleistungen. Diese dienstleistende Bevölkerung siedelte sich im Bonner Norden an. Es entstanden im Bonner Norden viele kleine Handwerksbetriebe wie Schuster, Schneider, Schreiner, Polsterer, Schmiede, Seilspinner, Ziegeleien u. a.
''Deutschland war im technischen und wirtschaftlichen Aufbruch.'' Die Kaiser, besonders Wilhelm II., unterstützten diese Entwicklung. Man spricht auch von der Gründerzeit. Deutschland errang damals eine Spitzenstellung in der Chemie und der Pharmazie, der Optik, der Feinmechanik, der Elektrotechnik.
Großunternehmen wurden gegründet, die heute noch existieren, wie Siemens, Bosch, Carl Zeiss, Bayer, Hoechst. Im Bonner Norden machte sich die Gründerzeit auch bemerkbar: Es entstanden die Gaslaternenfabrik in der Alexanderstraße (wo auch Kinder beschäftigt wurden), die Orgelbauwerkstatt Klais, der pharmazeutische Betrieb Gerhard, die Fahnenfabrik, das Fotoatelier Schafgans, Seilspinnerei Lenz, mehrere Ziegeleien unter ihnen die Ziegelei Gericke, Fuhrhalterei Linden und viele mehr. Die Ursachen des Erfolges waren die Herstellung von Qualitätsware und neu entwickelten Produkten. Die Tugenden wie Fleiß, Tüchtigkeit, Ordnungssinn, Disziplin und Sparsamkeit begünstigten diese Entwicklung. "Made in Germany" war damals ein Markenzeichen. Von der Qualität handwerklicher Arbeit unseres Viertels kann man sich heute auch noch beim Orgelbauer Klais, beim Kunstschmied Karl König, beim Polsterer Fuhs, Schreinermeister Holtmann und vielen anderen und nicht zuletzt beim Parkettleger Kaspari überzeugen, der zur 120-Jahr-Feier unsere Bühne gebaut hat.
Es kam nicht nur auf die Praktiker oder Tüftler und Erfinder mit genialen Einfällen an, sondern auch auf die ''Systematik wissenschaftlicher Forschung und guter Ausbildung.'' Besonders Wilhelm II. begünstigte, dass immer mehr Universitäten, Realgymnasien und Technische Hochschulen entstanden. Um Handwerker zu werden, schloss sich an die Volksschule eine mehrjährige Lehre an. Ein Handwerker wurde ein qualifizierter Facharbeiter. Durch die Errichtung der "Schule an der Heerstraße" 1879 nahm der Bonner Norden an der bildungspolitischen Entwicklung teil.
Eine neue Schule wurde also zur damaligen Zeit im Bonner Norden errichtet, weil es eine Bevölkerungsexplosion gab, weil das Kaisertum Dienstleistungen erforderte, weil es einen technischen und wirtschaftlichen Aufschwung gab und weil Wert auf systematische Ausbildung gelegt wurde.
Von der damaligen Pädagogik unserer Schule wird in unserer Chronik wenig ausgesprochen. Man kann sie nur zwischen den Zeilen entdecken. Zu Kaisers Geburtstag, der jedes Jahr ausführlich gefeiert wurde, erhielt das jeweils fleißigste Kind ein Buch. Fleiß war ein wichtiges Ziel.
Wenn die Majestäten nach Bonn kamen, gab es schulfrei, und die Kinder und Lehrer standen Spalier, um den Kaiser und seine Gattin zu begrüßen. Die Beschimpfung einer Lehrerin wurde 1898 mit 10 Tagen Gefängnis bestraft. Nachsitzen war erlaubt. Es gab ein Züchtigungsrecht der Lehrer. Um einem Missbrauch vorzubeugen, wurde 1899 die Verordnung erlassen, dass jede Züchtigung in ein Strafverzeichnis eingetragen werden sollte.
Kinder, die nicht in die Schule kamen, wurden von der Polizei geholt. Autoritätsgläubigkeit war ein wichtiges Ziel. Belohnungen und Bestrafungen waren die Folge.
Es gab eine Verordnung, dass Kinderarbeit bei schulpflichtigen Kindern eingeschränkt wird, d.h. es war üblich, dass Kinder neben der Schule arbeiteten.
Jungen und Mädchen wurden getrennt unterrichtet. Unsere Schule wurde in der Mitte geteilt: Sie bestand aus einer Knaben- und einer Mädchenschule mit je eigenem Schulhof. Mädchenerziehung war deutlich von Jungenerziehung unterschieden. Viele Mädchen besuchten nach unserer Volksschule den Haushaltsunterricht in der Wilhelmschule. Eine Frau wurde damals dazu ausgebildet, eine gute Hausfrau zu sein, Kinder zu erziehen und eine gute Christin zu sein. Mädchen an den Universitäten gab es nur vereinzelt. Eine berufstätige Frau wurde nicht begünstigt. In unserer Chronik steht, dass jede Lehrerin, die heiratete, die Schule verlie�?.
Schon von Anfang an wurden zwei Jahrgänge zusammengefasst. Später gab es reine Jahrgänge, da die Klassen immer größer wurden.
''Die Eröffnung der "Schule an der Heerstraße" war mit keiner Feierlichkeit verbunden. Die Lehrerin E. Hunold musste die Kinder des dritten und die Hälfte des zweiten Schuljahres übernehmen; die Lehrerin G. Hunold bekam die Kinder des ersten und die andere Hälfte des zweiten Schuljahres.''
Die "Schule an der Heerstraße" spiegelte im Kleinen den Zeitgeist des Kaisertums wider: Obrigkeitshörigkeit, Übung, Fleiß, Ordnung, Disziplin, Pünktlichkeit und harte Arbeit wurden gefordert. Dies waren damals die Schlüssel zum Erfolg.
''Ingrid Kansy''
| 1879 | Errichtung der "Schule an der Heerstraße" wegen starken Bevölkerungszuwachs. Es wurden 2 Knaben- und 2 Mädchenklassen eingerichtet. In der Knabenschule waren erste Lehrer: Herr Breuer und Herr Zimmermann, in der Mädchenschule Frau Elise Hunold und Frau Gertrud Hunold. |
| 1883 | Die Schülerzahl stieg rasch an. Schon musste an jeder Seite des Hauses ein Flügel mit je 4 Klassenräumen angebaut werden. Die schönen Lindenbäume, die heute noch Schatten spenden, wurden gepflanzt. |
| 1892 | Errichtung der Marienkirche, da die Bewohner sich ein Gotteshaus in die Nähe der Schule wünschten. Der erste Geistliche war Kaplan Menniken, er gab auch Religionsunterricht in der "Schule an der Heerstraße". |
| 1898/99 | Bekanntmachung folgender Polizeiverordnung: ''Die gewerbliche Nebenbeschäftigung schulpflichtiger Kinder ist morgens vor Beginn des Unterrichts höchstens während der Dauer einer Stunde gestattet. Die gewerbliche Nebenbeschäftigung schulpflichtiger Kinder ist nach 8.00 Uhr abends verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe (bis zu 30,00 RM) oder entsprechender Haftstrafe geahndet.'' %%% In der Chronik steht: %%% Jedes Jahr wurde des Sterbetages von Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. gedacht. %%% Jedes Jahr berichtet die Chronik von ausführlichen Feiern des Geburtstages seiner Majestät, Kaiser Wilhelms II. In jeder Klasse wurden Gedichte und Lieder gesungen und ein Lehrer hielt eine Rede über den Kaiser. Die oberen Klassen feierten sogar mit den umliegenden Schulen in der Beethovenhalle. Das bravste und fleißigste Kind jeder Klasse bekam ein Buch geschenkt. %%% Jedes Mal, wenn der Kaiser nach Bonn kam, eilten die Schulklassen ihm mit ihren Lehrern entgegen, um ihn zu begrüßen. |
| 1891 | standen die Schüler am Rhein, da der Kaiser mit dem Schiff ankam. |
| 1901 | erschien Kaiser Wilhelm II. mit dem Kronprinz Wilhelm zur Immatrikulation desselben an der Universität. Unsere Schulkinder standen vom Koblenzer Tor bis zum Kaiserplatz. |
| 1902 | erschienen die Majestäten zum Commerce der Borrussen. Es fand eine Parade auf der Hofgartenwiese statt. (Begrüßung durch die Kinder) |
| 1905 | war Kaiser Wilhelm II. anwesend bei der Denkmalenthüllung Kaiser Wilhelms I. Die Majestäten begrüßten die Kinder im Automobil. |
| 1914/18 | Während des Krieges war der Keller des Schulhauses Kartoffellager und Verkaufsstelle. Einmal hatten die Kinder schulfrei, weil die faulen Kartoffeln stanken. Nach dem Krieg litten die Kinder an Blutarmut und Grippe. Die Kinder der Karlschule kamen hierher, da ihre Schule von den Besatzungstruppen benutzt wurde. |
| 1920 | erster gemeinsamer Martinszug |
| 1921 | Vereinigung von Mädchen- und Knabenschule. Wegen des gro�?en Hungers gab es die Quäkerspeise. |
| 1923 | Erst jetzt wurde die "Schule an der Heerstra�?e" in "Marienschule" umbenannt. |
| 1926/27 | Reichsjugendwettkämpfe in 100m Lauf, Weitsprung, Weitwurf |
| 1927 | Bau einer Turnhalle mit Zeichensaal. Einrichtung eines Rektorzimmers |
| 1928/29 | 612 Schüler. Wegen des sehr strengen und kalten Winters, die Temperatur sank auf -16 bis -20 Grad, und des Kohlenmangels erhielten die Schüler außerordentliche Ferien vom 20. 2. bis 01. 03. |
| 1931/32 | Lehrermangel (mehrere krank, Überalterung des Kollegiums) |
| 1939/45 | Luftschutzkeller unter der Schule, der von Schülern besucht wurde |
| 1942 | Schwere Sprengbomben in anliegende Straßen, Fensterscheiben und Fensterrahmen wurden völlig zerstört |
| 1943 | Amerikanische Flieger griffen Bonn an. Ein Kanister fiel auf den Schulhof und einer durchschlug das Dach, beide zündeten glücklicherweise nicht. Die Kinder blieben völlig unbeschadet. |
| 1945 | Heftige Straßenkämpfe im Stadtinneren und im Bonner Norden. Der regelmäßige Unterricht begann wieder am 24.07.45. Schulspeisung gab es nach dem Krieg |
| 1946 | Entscheidung ob Bekenntnis- oder Gemeinschaftsschule. Die Eltern entschieden sich für eine Bekenntnisschule. |
| 1948 | Hilfsschule wurde zusätzlich in dem Gebäude untergebracht. |
| 1949 | wieder Teilung in Knaben- und Mädchenschule |
| 1951 | neue Schulmöbel |
| 1953 | neue Aula fertig |
| 1959 | Umbau der Marienschule zur jetzigen Form, leider wurde auch das schöne äußere Bild geändert. In die Mauer des Grundstückes wurden 2 Tore eingesetzt. Ein Hausmeisterhaus wurde gebaut für Hausmeister und Bildstelle. Sanitäre Anlagen wurden erneuert. (Es gab nur 2 Waschbecken) |
| 1964/65 | Schülermangel |
| 1968 | Alte Volksschule wird im Zuge der Neuordnung in eine Grund- und Hauptschule getrennt. Sie verbleibt als "Marienschule - Kath. Grundschule der Stadt Bonn". |
| 1969 | Pausenhöfe werden öffentliche Spielplätze am Nachmittag. |
| 1969 | Hausaufgabenbetreuung (Silentium) für ausländische Kinder und deutsche Kinder beginnt. |
| 1973 | 1. Pestalozzischule zieht aus. Neues Lehrerzimmer wird gebaut. 2. Bildstelle zieht ein und erhält 6 Räume. |
| 1976 | Eltern von 100 Schülern der Frankenschule stellen geschlossen den Antrag, in die Marienschule aufgenommen zu werden. |
| 1976 | Schule erhält Akustikdecken, Schulbühne wird errichtet. |
| 1978 | Ein Raum wird für Unterrichsmitschau umgestaltet. |
| 1985 | Errichtung eines Montessoriraumes |
| 1989 | Die Schule erhält zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Bonn einen neuen Anstrich. |
| 1990 | Gründung der Elterninitiative "Marienkäferhort" |
| 1992 | Gründung des Fördervereins der Marienschule |
| 1994 | Neben den bewährten reinen Jahrgangsklassen wird die erste jahrgangsübergreifende Klasse errichtet |
| 1995 | Anstieg der Schülerzahlen, deshalb Wegzug der Stadtbildstelle (Medienzentrum) |
| 1996 | Errichtung eines Zaunes für den Pausenhof |
| 1999 | Gründung einer Übermittagsbetreuung "ÜMI" unter Leitung des Fördervereins %%% Bau einer neuen Schulbühne unter Leitung von Herrn Rudolf Kaspari |
| 1999 | 120-Jahrfeier (191 Schüler, davon 70 Ausländer, multikulturell) |
Hauptlehrer Kentenich 1883
Hauptlehrer Franz Engels 1884
Rektor Franz Engels 1894-1904
Hauptlehrer Heinrich Lessenich 1904
Rektor Matthias Günther 1904-1918
Hauptlehrer von Hoorn 1912
Rektor Emons 1919
Rektor Bernhard Pranschke 1921-1923
Rektor Josef Gnad 1923-1931
Rektor Franz Lengersdorf 1931-1944
Rektor Bergerhausen 1945-1949
Rektor Reiff 1949-1964
Rektorin Elisabeth Becker 1949-1961
Rektorin Adele Kaiser 1961-1966
Rektorin Adele Kaiser 1966
Rektor Kurt Stanek 1967-1973
Rektor Theo Winterscheid 1973-1976
Rektor Helmut Uessem 1976-1983
Aspirant Ohrem
Breuer
Jos.Zimmermann
Matthias Günther
Hauptlehrer Kentenich
Hauptlehrer Franz Engels
Heinrich Lessenich
Wilhelm Kömpel
Robert Lövenich
Jodokus Kraft
Konrektor Peter Felten
Kaplan Menniken
Johann Ludwig
Hauptlehrer Heinrich Lessenich
Rektor Matthias Günther
Hauptlehrer von Hoorn
A. Pippel
A. Pingel
J. Mähler
Schmidt
B. Albeck
Füngeling
L. Domgörgen
M. Schneider
Josef Henseler
Konrektor C. Fuchs
K. Stuck
Kreutzberg
Andres
Konrektor Müller
H. Lohrscheid
Konrektor Kraft
Dr. A. Müller
H. Weller
Wahl
Gerhards
H. Zimmermann
Schöneseifen
H. Odenthal
Klein
Nachtsheim
Dresen
Glanz
Böhme
Stockhammer
Dr. Wollersheim
Gödde
Fr. Henseler
Franz Kroczek
Ewig
Hoerkens
Matthias Weber
Rektor Bernhard Pranschke
Konrektor Wilhelm von Birgelen
Paul Brauer
Rektor Josef Gnad
Rektor Franz Lengesdorf
Max Kemp
Andres
Konrektor Johann Ludwig
W. Siebenborn
Claes
Baes
W. Zimmermann
Ernst
Schilling
Christ
Konrektor Bremenkamp
Konrektor Herweg
Kemp
Gerhardt
Herbst
Barth
Schaup
Masimin
Streppel
B. Ames
J. Gierlich
P. Brauer
Fr. Theunissen
A. Graeff
Kill
B. Blachmann
Konrekter Dietz
W. Detrois
Herbst
Rektor Bergerhausen
Rektor Schlotterose
Girlich
Pfennig
Mirbach
Wehmeyer
P. Over
Georg Vogel
P. Schmer
Konrektor Schleimer
H. Decker
Hoch
W. Jürgensmeyer
Dr. F. Wei�?kirchen
J. Fromme
Reiff
Trier
Schallenberg
Schäfer
Musiklehrer Diefenbach
Rektor Berghausen
Religionslehrer Stiesch
Religionslehrer Kayser
Religionslehrer Schenk
Decker
Jung
Konrektor Franz Pfennings
Kurt Stauch
Carl Eichler
Peter Hesemann
Heinz Jamann
Willi Pfirrmann
Hans Mehring
Hans Jonza
Conzen
Rektor Paul Neuhaus
Rektor Kurt Stanek
Jung
Wagener
Decker
Büchel
Schulleiter Theo Winterscheid
Scheifgen
Schulleiter Helmut Uessem
Konrektor Karl-Josef Müller
Chorleiter Wilhelm Schlösser
Manfred Hoyer
Referendar Peter Wachendorf
Hauptlehrerin Elise Hunold
Gertrud Hunold
A. Uthardt
Joh. Homberg (Gerecke)
Helene Klein
Konrektorin Schäfer
K. Walbröhl
Acker
Kuckeler
Koch
Heidland
Briegel
Rüttgen
Rose
Odenthal
Heinen
zum Grotenhoff
Esser
Wrede
Becker
Breidenbend
Goldschmidt
Dörpinghaus
Ruland
Josephine Marx
Margarete Burger
Konrektorin Cäcilie Rech
Maria Türck
Angelika Hentges
Katharina Kraft
Gertrud Stephan
Rheidt
Kiesgen
Seidenberg
Röhrig
Maria Felten
Turnlehrerin Busch
Lunkenheimer
Maria Loewenich
Leers
Roesen
K.Horn
Bastian
Fr. Schmitz
M. Stute
Berta Utsch
B. Pfeiffer
von Plüskow
Isa Romanowski
Sanner
Constanze Duell
G. Weck
Kath. Kraft
H. Wegmann
A. Sieberath
M. Haupt
Hortense Stein
Maria St. Eblowski
A. Schwingen
Amalie Dietz
Fischer
Maria Bienhaus
Sibylle Holtz
Elfriede Feierabend
Josefine März
Bödding
Marg. Kiefer
Christ. Burdy
Maria Royer
Christine Nettersheim
Margarete Richarz
Siebert
Klo�?
Helene Burgwinkel
Bolz
Gertrud Wolff
Martha Wasserburger
Gertrud Cappel
Elisabeth Gnad
Thusnelda Weger
Maria Wallraf
Edeltraut Schmer
Irmgard Nettersheim
Käthe Breuer
Burneleit
Hedwig Nicolay
Jonza
Elisabeth Kierig
Marianne Ermert
Alphonse Becker
Helene Hauenschild
Huppertz
Margarete Lux
Agnes Hamacher
Thusnelda Pohler
Gertrud Thiel
Rektorin Elisabeth Becker
Rektorin Adele Kaiser
Margarete Flohr
Stephan
Rau
Stiefelhagen
Dreher
Struwe
Elisabeth Pohl
Soeffner
Leopold
Busack
Alfter
Dardinger
Herrmann
Agathe Meyer
Thom
Darchinger
Gisela Burga�?
Beate Cohnen
Brigitte Neugebauer
Feuser
Carey
Cervantes (span.)
Dr. Pfundt (ital.)
Bakize �?ztürk (türk.)
Meta Pomarius
Ute Seiwert
Cornelia Büsch-Dutz
Brigitte Knüfermann
Barbara Maudet
Anna-Maria Kruger
Gerda Otte
Irmgard Reis
Ulrike Wüstefeld
Ingrid Lerch
Irmgard Rothkamp
Karin Piltz
Renate Regul
Ingrid Henseler
Monika Engelmann
Jana Warg
Rosemarie Overath-Bücher
Referendarin Katja Lenk
Christiane Fuchs
Barbara Pohlmann
Referendarin Anja Bergmann
!! Schulspeisung
Wir schreiben das Jahr 1946. Es ist sehr kalt und die Menschen haben Hunger und frieren. Der 2. Weltkrieg ist seit 8 Monaten endlich zu Ende. Die Schulstunden sind sehr unregelmä�?ig. Kohlen und Koks sind kaum zu haben und so fällt mancher Schultag aus, weil nicht geheizt werden kann, oder mal ist der Unterricht vormittags, mal nachmittags. Aber die Menschen frieren nicht nur, sie haben auch Hunger. Um diesen etwas zu lindern, vor allem für Kinder, verfügt die Militärregierung im Februar 1946, die Schulkinder einmal am Tag mit einer warmen Suppe zu versorgen. Im Angebot sind 3 Suppen: Biskuit-, Erbsen- und Gerstensuppe. Hergestellt wurden die Suppen zuerst in der alten Turnhalle der Nordschule, später von der Metzgerei Bröhl in der Breitestra�?e (später Stiftsplatz). Die jeweilige Suppe wurde in Kübeln angeliefert. So auch an der Marienschule. Vom Rektor der Schule wurden die zwei stärksten Schüler bestimmt, welche die Kübel vom Schulhof in die Schule transportierten, wo die Suppe ausgeteilt wurde. Für jedes Kind eine Kelle (= 1/2 Liter).
Zuerst trat Rektor Schlotterose als Vorkoster in Aktion. Er probierte die Suppe mit der Kelle, die auch zum Austeilen benutzt wurde. Den Schülern hat dieses nicht gefallen und sie protestierten lautstark, so da�? Herr Schlotterrose von diesem Vorkosten ablie�?.
Die Suppen schmeckten unterschiedlich. Die Schüler benoteten sie wie folgt: Biskuitsuppe mit der Note 1, Gerstensuppe mit der Note 3 und Erbsensuppe mit der Note 5.
Es ist vorgekommen, da�? einige Austeiler es unterlie�?en, die Suppe, wie angeordnet, vor dem Austeilen kräftig umzurühren, und den Mitschülern nur das Dünne austeilten, um den kräftigen dicken Rest für sich zu haben. Trotz gro�?em Hunger konnten nur wenige Schüler sich überwinden, die Erbsensuppe aufzuessen. Sie nahmen die Suppe in ihren Kochgeschirren mit auf den Nachhauseweg. Unterwegs leerten sie dann den Inhalt ihrer Behälter in die Rinnsteine aus. Dies wurde besonders von den Hunden sehr geschätzt, welche die Suppe schmatzend verputzten und die Rinnsteine so sauber leckten, da�? keine Spuren zurückblieben, was den Vorteil hatte, da�? die Schule vom Wegschütten keine Ahnung hatte.
Die Schulspeisung der Kinder endete meiner Erinnerung nach mit dem Beginn der gro�?en Ferien 1946. In Erinnerung ist den Schülern von damals vor allem die leckere Biskuitsuppe.
''Wilhelm Schmall''
!! Rückblick April 1946 bis März 1954
En de Nöh` von der Marienkirch,
do semme jru�? jeworde.
En de Nöh` von der Marienkirch,
do semme eijentlich janz joot jeroode.
Mir kannten keene Kinderjade;
uns Motte hät uns jru�?jetrocke.
Mir mooten net bes ovends waade,
mir konnten am Dach schon bei ihr hocke.
Uns Oma hat noch Zick für uns,
die jing met uns och en de Jaade.
Mir däten de lange Winter schon
ob dat leckere Obs dann waade.
Dann koome mir en de Marienscholl;
dat wor ne jru�?e Daach.
Uns Lehrerin, die für uns "dat Frollein" wor,
hat sich für uns vell usjedaach.
Met Name hie�? sie Frollein Royer,
wor jru�? un rank un schlank;
doch leider hatten mir se nur een Joor,
dann wurd se janz schlimm krank.
"Unser Herrgott hat sie zu sich genommen"
hie�? et dann an eenem Daach;
wen würden wir jetzt nun bekommen,
dat wor die bange Frooch?
Dann hatte mir e janz lang jede Stond en andere,
mir mooten von ener Klass` en die andere wandere.
Doch och dat Joor dat jing vorbei;
endlich wor für uns en andere Lehrerin frei.
Mir krääten dann dat Frollein Hauenschild;
Mensch wat wor die fromm.
Morjens, meddachs, ovends bedde,
"damit ich in den Himmel komm".
�?wwe et moss jett joots dran jewesse senn,
sons hätt ich et bestemmb schon verjesse;
denn och noch hück, no bal 50 Joor
verzellt mir dat doch keene besser.
Esu jingen die Joore flöck en et Land,
mir hann usser spelle un liere net vell jekannt.
Bei de Frollein Hupperts moote mir turne un Handarbeit liere;
beim Lehrer Decker dorfte me zwei Joor englisch stodiere.
Dann hatte me een Joor englisch bei Frollein Lux,
doch dann, jottsei Dank wedde beim Lehrer Decker, demm Fuchs.
Sitte un Moral wurd janz jru�? jeschrevve,
für Junge un Mädche hie�? et: "op demm ejene Schollhoff jeblevve".
Keene dorf op die andere Sick dann jonn,
wollste et ens versööke, soos du die Lehrerin schon do stonn.
Die heelt uns dann ene Vortrag über brafsein und gehorchen;
mir leeten et dann at senn, dat männliche Jeschlecht zu erforchen.
Doch enes Daaches, ein gro�?es Ereignis für uns Kinder,
mir fuure mem Scheffje no Königswinter.
Mir troofen uns all am aale Zoll,
mir hatte de Rucksack met Botteramme un Zitsch janz voll.
Man woor dat en tolle Tuur,
mir hatten een Thema nur:
Keen Scholl, un nur Verjnüje
su könnt at dat janze Lewwe blieve.
Me koome en et achte Scholljoor dann;
do hie�? et wedde, et kütt en "Neue" drann.
Et wor de Frollein Becker, en "jroo�?e" Sängerin vor dem Herrn;
doch alle Schülerinnen hatten sie gern.
Su jing och dat letzte Scholljoor vorbei,
nu hie�? et Abschied nemme von der Tyrannei.
Jeder jing singe ejene Wäch,
jeeder meent, et wör su räch.
Leider hätt me nix mie us der Klass jehürt;on
villech durch dat Jedich der ene oder andere jett spürt.
Et könnt jo senn, ich dät mich freue,
ich würd och antworde, Ihr dät et net bereue.
Nu noch ene schöne Jro�?,
vom
''Karola Mertens geb. Birnbaum, von de Maxstro�?''