Die Kinder der Marienschule stammen aus unterschiedlichen sozialen Lebensräumen und Kulturen. Sie leben allerdings mit ihren Familien in der Bonner Altstadt eher neben- als miteinander. Die größeren Migrantengruppen, speziell aus der Türkei, haben dort Geschäfte, Cafés, Friseure usw., in denen sie unter sich bleiben und ihre Muttersprache sprechen. Deshalb lernen viele Eltern und Kinder nicht genug Deutsch. Fehlende Deutschkenntnisse und mangelnde kulturelle Integration führen dazu, dass viele der ausländischen Kinder schon beim Schuleintritt erheblich benachteiligt sind. Auf die äußerst problematischen Konsequenzen dieses Sachverhalts hat bereits die PISA-Studie hingewiesen.
Das wollen die Gründer von come_IN ändern. "Wir können mit den Migrantenkindern Chancengleichheit im Unterricht nur dann erreichen, wenn wir deren Eltern als Partner mit einbeziehen. Deshalb laden wir ausländische und deutsche Eltern nachmittags zu einem stadtteilorientierten Computertreffpunkt in die Marienschule ein. Dort können Mütter und Kinder, Väter und Kinder gemeinsam am Computer lernen, eigene Projekte organisieren und darin kreativ gestalten. Wir erhoffen uns regen Zuspruch aus unserer Elternschaft, aus dem Quartier, denn auch viele ausländische Eltern sehen die Beherrschung des Mediums Computer heute als Schlüssel zum sozialen Erfolg", erläutert Frau Kansy, eine der Initiatorinnen von come_IN.
Die Marienschule kann auf eine 120 Jahre alte Tradition zurückblicken. Die Schule bemüht sich um bestmögliche Förderung ihrer SchülerInnen nach reformpädagogischen, besonders Montessori-orientierten Zielen und Werten. Seit 10 Jahren werden die Schüler in jahrgangsgemischten Klassen unterrichtet. Die Lehrerinnen bevorzugen einen offenen, handlungsorientierten Unterricht mit Freiarbeit, Werkstätten, Stationen und vielen Projekten. Die Arbeit am Computer ist in die Freiarbeit bereits fest integriert.
Mit der Einrichtung des interkulturellen Computerclub betritt die Marienschule auch aus wissenschaftlicher Sicht Neuland. Deshalb arbeitet sie mit Prof. Volker Wulf und seinem Team von der Universität Siegen zusammen. Ziel ist es dabei sowohl geeignete Arbeitsformen als auch passende Computerbaukästen zur Unterstützung interkultureller Projektarbeit zu entwickeln. "Die bei come_IN gesammelten Erfahrungen haben große Bedeutung auch jenseits der Bonner Altstadt. Sie können den Weg weisen zu einer besseren sozialen Integration von Migrantenfamilien" wünscht sich Prof. Wulf.
Der interkulturelle Computerclub der Marienschule wurde am 2. März 2004 in Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann eröffnet. Der Computerraum für come_IN wurde vom Schulamt der Stadt Bonn eingerichtet. Aus Mitteln der Stiftung Jugendhilfe der Sparkasse Bonn wurden vier neue Computer finanziert. Die Firmen mva Gesellschaft für Kommunikations- und Technologieberatung mbh und contAire GmbH haben den Computerclub mit weiterer Hardware unterstützt und einen Videoschnittplatz eingerichtet. Darüber hinaus hat die mva das Logo für come_IN entwickelt und damit dem Computerclub ein eigenständiges Gesicht gegeben. Sterntaler e.V. unterstützt die Kinderbetreuung im Computerclub. Türkische und deutsche Eltern haben gemeinsam an der Einrichtung des Clubraums gearbeitet.
Ingrid Kansy, Rektorin
Barbara Hoffmann, Konrektorin
Norbert Brückner, Förderverein der Marienschule
Volker Suchy-Rostek, Vater
Bernd Beißel, Vater
Dr. Olav Schettler, contAire GmbH, Vater
Peter Scharpfenecker, mva Gesellschaft für Kommunikations- und Technologieberatung mbh, Vater
Dr. Klaus Kansy
Prof. Dr. Volker Wulf, Professor für Kooperations- und Mediensysteme
Kai Schubert MA
Mayte Stupperich
Michael Veith
Dipl. Inf. Gunnar Stevens, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Astrid Keller-Garbe, Lehrerin
Lale Altinay, Referendarin
Tobias Hillebrandt, Referendar
Dr. Mojdeh Behzadi
Ursula Brückner, ehemalige Schülerin
Soner Ogütmen, studentische Hilfskraft
Klar, das [Comenius-Projekt|/comenius] bietet viele Ausreden, um mit dem Computer herumzuspielen. Das Motto dieser Gruppe wird daher sein:
| Am Comenius-Projekt weiterarbeiten :: Wasser :: |

Austauschplattform schaffenWer hatte in dieser Gruppe nochmal alles mitgemacht?
Meine Mutter Emine hat im Computerraum einen türkischen Tee gekocht.
Dafür hat sie unseren Samowar in die Schule gebracht.
Im großen Kessel hat sie heißes Wasser gekocht. Zuerst hat sie mit dem gekochten Wasser die kleine Teekanne sauber gemacht. Sie hat die Kanne, in der bereits neue Teeblätter waren, mit heißem Wasser ausgespült. Damit sollte der Staub weggespült werden. Außerdem hat der Tee dadurch später eine intensivere Farbe und einen besseren Geschmack. Das schmutzige Wasser wird weggeschüttet und frisches gekochtes Wasser auf den Tee gegossen. Dieses muss 15 Minuten ziehen, während langsam das Wasser im Kessel weiterhin zum Kochen gebracht wird.
Jetzt ist der Tee fertig. Ich fülle die Tasse mit einem Viertel Tee aus der kleinen Kanne und drei Viertel Wasser aus dem Wasserkessel.
Nun können wir alle leckeren türkischen Tee trinken. Wer will darf auch noch Zucker hineintun.
Das hat Merve aus der Klasse 3/2/1c von Frau Kansy geschrieben.